Charakteristik
Landschaftlich reizende, abwechslungsreiche Tour, zu der zwei malerische Dörfer, ein wasserreiches Hochtal, ein stattlicher Bergsee und eine verwinkelte, aber sehr geschickte Trassenführung gehört. Bis zum Lej Nair ist man auf z. T. steilen, aber gut angelegten Steigen unterwegs, nach dem See sind Wegstücke die Ausnahme, hier bewegt man sich meist über griffige Gletscherschliffe, Felsplatten und Blockwerk. Die zuverlässigen Markierungen sollte man im weitläufigen Gelände stets im Auge behalten, auch wenn es dazwischen die ein oder andere Variationsmöglichkeit gibt. Aufgrund des steilen, weglosen und unübersichtlichen Terrains gestaltet sich der Aufstieg anstrengender und zeitintensiver als erwartet. Erstaunlicherweise ist kaum Kraxelei nötig, ausgesetzte Stellen kommen ebenfalls nicht vor. In puncto Aussicht wird man schon beim Aufstieg mit tollen Tiefblicken zum Silser und Silvaplaner See und Bernina-Panorama verwöhnt, am breiten Gipfelplateau reicht der Blick dann einmal rundherum über Bergell, Bernina und Piz Julier.
Beschreibung
Gleich hinter dem ersten Haus von Blaunca, noch vor dem Bach, gehen wir rechts und finden - ohne Wegweiser oder Markierung - einen deutlich ausgeprägten Steig, der gleich zügig die Grasflanke hinaufleitet (NW). Immer parallel zum Bach steigen wir höher und erreichen eine Geländekante, hinter der sich das wasserreiche, hübsche Hochtal Plaun Grand erstreckt. An einem großen Felsklotz mit Markierung stößt von rechts der Zustieg aus Grevasalvas dazu (für den Rückweg merken!). Halb links (W) überqueren wir ein paar Bachläufe und peilen eine Wetterstation und kurz danach einen Wegweiser an. Der schickt uns nach rechts (NW) und über ziemlich steile Kehren mit Felspassagen hinauf zum erstaunlich großen See Lej Nair. Etwas holperig wandern wir links an seinem Ufer entlang (W) und über kleine Steige und Felsen zu einem blockwerkgefüllten Einschnitt, den man über eine markante Felsplatte in der Flanke umgeht und schließlich nach links verlässt. Für längere Zeit wechseln nun griffige Gletscherschliffplatten, etwas Blockwerk und kurze Wegstücke (erst NW, W). Die Trasse schwenkt nach SW und bringt uns in zerklüftetes Steilgelände unterhalb des Gipfelkamms (SW). Immer die guten Markierungen im Blick arbeitet man sich Stufe um Stufe höher, bis sich das Gelände wieder etwas zurücklegt und man nahezu beliebig über weitläufige Felsplatten zum Ansatz des Nordgrats gelangt. Links (S) kurz direkt am Grat entlang, dann werden die Gipfelfelsen in einer weiten Linkskurve umgangen und bequem von der Rückseite her erreicht.
Hinweis: Plaun da Lej liegt am Silser See zwischen St. Moritz und Malojapass. Den breiten, aber steilen Almweg zum Bilderbuchdorf Grevasalvas und weiter nach Blaunca kann man auch radeln. Sowohl von Grevasalvas als auch von Blaunca gibt es Zustiege, die am Plaun Grand zusammentreffen. Während der Weg von Grevasalvas beschildert und bestens markiert ist, sucht man beim Zustieg ab Blaunca Markierungen oder Wegweiser vergebens.